Konflikte und Schuld sind kein Paar

Menschen, die sich streiten, tappen oft in die Schuldfalle: “Das ist deine Schuld, sieh es doch endlich ein!” Was folgt, ist eine Argumentationskette der beschuldigten Person, die sich nicht damit abfinden möchte, dass sie an der Situation schuldig ist. Sie erklärt also ausführlich, warum sie sich wie verhielt. Was macht der Gesprächspartner nun? Sucht Lücken in der Argumentation der Gegenseite, will ein Schuldbekenntnis hören und ist sich sicher, dass damit der Konflikt geklärt wäre. Schade nur, dass die andere Person sich nicht darauf einlässt, die Schuld zu tragen.

Konflikte und Schuld sind kein Paar.

Recht oder nicht, das ist nicht die Frage.

Es sollte in Konflikten nicht um Recht gehen, nicht um einen Kampf oder ein Spiel, das es zu gewinnen gilt. In Konflikten geht es um Lösungen, aber davon trennt die Schuldfrage um Meilen. Das meist verbohrte Verhalten der Beteiligten an diesem Punkt sorgt dafür, dass die Fronten sich verhärten, zugehört wird schon längst nicht mehr, jeder will gewinnen.

Was tun?

    Sobald Sie merken, dass Sie in die Falle der Schuldfrage geraten sind, stoppen Sie diese: “Es bringt nichts, wenn wir hier um Schuld diskutieren, auf unsere Weise haben wir beide dazu beigetragen, dass wir diesen Streit haben.” Konzentrieren Sie sich auf die Lösungen:
  •  Was können wir in Zukunft tun, damit xy nicht mehr passiert?
  • Was benötigen wir (Unterlagen, Hilfe, andere Unterstützung)?

Wenn Sie merken, dass es Ihnen wichtig ist, dass die andere Person die Schuld an der Situation übernimmt, fragen Sie sich, was es Ihnen bringt.

  • Und was geht in Ihnen vor, wenn Sie dieses Schuldbekenntnis nicht zu hören bekommen?
  • Worum geht es Ihnen wirklich in diesem Konflikt?
  • Ändert das Schuldbekenntnis daran etwas?

Die Schuldfrage nicht mehr zu diskutieren, zeugt von Kommunikationsfähigkeit und von dem ehrlichen Wunsch, den Konflikt zu lösen. Wollen Sie das?

Machen Sie den Anfang, in der Hoffnung, dass Ihnen Ihr Konfliktpartner gerne folgt!

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