Grenzen setzen, um nein zu sagen

Nein sagen zu können, bedeutet auch: Hier ist eine Grenze erreicht, ich möchte nicht, dass sie (weiterhin) überschritten wird.  Wer diese Grenze zieht, weiß,

  • was er will ,
  • wozu er nicht mehr bereit ist,
  • welche Aufgaben er nicht mehr übernehmen möchte.

Grenzen zu setzen, ist nicht immer leicht

Man möchte dem Kollegen helfen, das Team unterstützen oder dem Vorgesetzten ein guter Mitarbeiter sein. Doch irgendwann bemerkt man, dass man sich mit halbherzigen Jas selbst ein dickes Nein gibt. Wieder hat man es nicht geschafft, Nein zu sagen, wieder hat man „es mit sich machen lassen“, erneut ist man in eine Falle getappt. Das Anerkennen der eigenen (Über-)Belastung fällt oft schwer, denn schließlich möchte man nicht als unfähig oder „Weichei“ gelten und im schlimmsten Fall lauert um die nächste Ecke mit Sicherheit auch das Schuldgefühl, das beharrlich auf die eigene Schulter klopf und einem mitteilt, dass man selbst mal wieder nicht in der Lage war Nein zu sagen, eine Aufgabe abzulehnen.
Grenzen zu setzen, sie anzuerkennen und zu äußern bedeutet auch, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, nicht in der Opferrolle zu verharren und gut für sich selbst zu sorgen.

Sich selbst abzugrenzen, heißt, anderen Menschen eine Grenze zu setzen, um nicht über die eigenen zu stolpern.

Auf dem Weg des Neinsagens helfen Ihnen folgende Schritte:

    • Wahrnehmen, anerkennen und akzeptieren:
      Eigene Grenzen nicht nur wahrnehmen, sondern auch anzuerkennen fällt vielen Menschen schwer. Man ist aber kein schlechter Mitarbeiter, weil man Aufgaben nicht alle erfüllt, Zusatzprojekte für die nächsten drei Monate nicht annehmen möchte. Grenzen sind normal, sind wichtig und sie nicht zu verleugnen bedeutet, für sich selbst einstehen zu können.
    • Raus aus der Opferrolle:
      Es ist leicht, sich über Kollegen und Partner zu beschweren, noch leichter die Schuld abzugeben. Vielleicht treffen die Punkte manchmal sogar zu, doch es kann nur eine Veränderung stattfinden, wenn selbst aktiv sind. Raus aus der Ohnmacht, hinein ins Tun- was sich so leicht liest, ist oft richtig anstrengend. Gehen Sie kleine Schritte, aber fangen Sie an. Stärken Sie den Muskel des Willens und geben sich selbst die angemessene Priorität. Wozu sagen Sie Ja? Was ist Ihnen wichtig? Und nun drehen Sie die Medaille um: Was bedeutet dies konkret? Wozu sollten Sie jetzt zwangsläufig und sehr selbstverständlich Nein sagen?
    • Neue Definition von Grenzen: Stecken Sie Ihr Feld neu ab, ziehen Sie Ihre Grenzen neu. Überlegen Sie sich, wann diese erreicht sind, was Sie nicht mehr möchten. Worauf konzentrieren Sie sich? Womit starten Sie?Grenzen setzen, um leichter nein sagen zu können.

      Schöne Theorie, nun die Praxis:

      Was sich theoretisch ganz wunderbar liest, ist praktisch für viele Menschen ein riesiger Schritt. Lassen Sie sich Zeit. Nehmen Sie nicht sofort den wichtigsten Kunden als Übungsobjekt, fangen Sie klein an und steigern sich dann. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Umwelt braucht sie nämlich auch, denn Sie werden schnell merken, dass nicht alle Menschen in Ihrem Umfeld begeistert sein werden, wenn Sie Ihr Verhalten ändern. Was auf der einen Seite nicht wundert, ist auf der anderen Seite kraftraubend. Doch passen Sie auch hier auf, tappen Sie nicht in die Falle, dass Sie dann doch lieber beim alten Verhalten bleiben. Wenn Sie sich verändern, muss und wird es Ihre Umwelt zwangsläufig auch, bleiben Sie dran!

    Wer Grenzen setzt, passt gut auf sich auf!

    Eine klare Aussage, die ganz selbstverständlich sein sollte. Jeder Mensch macht das auf seine Art, Ihre ganz persönliche finden Sie hoffentlich bald.

    (Der Text ist in Anlehnung an mein Buch „Ja zum Nein“ entstanden.)

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